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Diagnose Therapie Informationen aus der Industrie

Gastroenterologie

Diarrhoe, akute: Diagnose

Definition
Zu häufige Entleerung zu dünner Stühle. Beimengungen von Blut, Schleim und Eiter bei manchen infektiösen Formen und akuten Schüben von chronischen entzündlichen Darmerkrankungen, sonst breiige oder wässrige, meist übelriechende Stühle.

 

 Ursachen

 

Infektiös (siehe auch infektiöse Darmerkrankungen)

Toxisch
  • Bakterientoxine außerhalb des Körpers gebildet (Staphylokokken, Clostridien, Streptokokken)
  • Schwermetalle: Arsen, Quecksilber, Blei, Chrom
  • Laxanzien (evtl. in Leber-, Galle- oder Abmagerungsmitteln versteckt), Digitalis, Zytostatika, Antibiotika, Ganglienblocker
  • Genussmittel: Alkohol-, Nikotin-, Kaffeeabusus
Aktinisch

Röntgen- oder Radiumbestrahlung im Bereich des Darmes

Allergisch
  • Nahrungsmittelallergien evtl. nach Milch, Eiklar, Schokolade, Hefe, Nüssen, Zitrusfrüchten, Fisch, Erdbeeren  u. a.; oft zusammen mit anderen allergischen Manifestationen (Asthma, Heuschnupfen, Urtikaria).
  • Ihre Bedeutung und Häufigkeit sind wenig untersucht und nicht restlos gesichert.

 

Pathogenese


  • Direkte Zerstörung der Mucosa entweder durch bakt. Toxine oder durch Immunreaktion (chron. entzündliche Darmerkrankungen).
  • Neben der Motilitätsstörung ist der Einstrom von Flüssigkeit in das Darmlumen von besonderer Bedeutung.
  • Aktive Ionen- mit sekundärer Wassersekretion in den Dünndarm bei Kontakt mit Bakterientoxinen führt zur sog. Überlaufdiarrhoe (z.B. V. cholerae, E. coli, manche Salmonellen und Shigellen; Viren)
  • Undichtwerden der "Kittleisten" zwischen den Epithelzellen besonders im Kolon durch Einwirkung sekretagoger Substanzen (Laxanzien, Gallensäuren, Fettsäuren)
  • Sekretorische Diarrhoen dieser Genese sind voluminös im Gegensatz zu den kleinvolumigen Entleerungen bei Erkrankungen oder Störungen des distalen Kolons, welche durch Tenesmen charakterisiert sind. Sie halten auch dann noch an, wenn der Patient fastet.

 

Verlaufdiarrhoe_akut_01.gif

  • Die Schwere des Krankheitsbildes und der Verlauf können in weiten Grenzen schwanken: von passageren, leichten Durchfällen über schwere Diarrhoen mit Allgemeinsymptomen bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen mit Exsikkose und Schock.
  • Die meisten akuten Diarrhoen verlaufen leicht, klingen mit und ohne Therapie spontan oder nach Absetzen der Noxe innerhalb weniger Tage wieder ab.
  • Eine bakteriologische oder virologische Untersuchung des Stuhls oder des Nahrungsmittels oder eine serologische Abklärung kommt daher oft zu spät und ist deshalb höchstens von epidemiologischem Interesse.
Diagnostischer Stufenplan: Akute Diarrhoe
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Besondere Formen:

Reisediarrhoe

Definition
Sammelbezeichnung für Durchfallerkrankungen unterschiedlicher und häufig unbekannter Ätiologie, die Stunden oder Tage nach einem Orts- oder Milieuwechsel auftreten können; sehr häufig bei Reisen in wärmere, subtropische oder tropische Regionen.

 

Ursachen

 

  • Veränderte Essgewohnheiten und Nahrungsmittel
  • In den meisten Fällen Genuss verunreinigter Lebensmittel oder mangelnde Wasserhygiene
  • Eine Reihe von Erregern (Bakterien, Parasiten und Viren) verursachen Durchfälle (siehe oben)
  • Häufigste Ursache offenbar ETEC (= enterotoxinbildende E. coli), die eine starke Dünndarmsekretion und eine Überlaufdiarrhoe verursachen
  • Wenn mehrere Personen in der nächsten Umgebung (z.B. Urlauber in der Gruppe) gleichzeitig erkranken, Hinweis auf eine Infektion durch Salmonellen (über Speisen), Shigellen (häufig über Swimmingpool), Campylobacter (Zoonose, durch Lebensmittel übertragen) oder Hinweis auf eine Endemie oder Epidemie anderer Art (Ruhr, Cholera etc.)

 

Verlauf

 

  • Sind ETEC-Toxine die Auslöser, ist die Erkrankung selbstlimitierend und heilt ohne gravierende klinische Probleme ab
  • Bei persistierender Diarrhoe mit schwerem Verlauf müssen andere Erreger in Betracht gezogen werden (siehe oben)
  • Eine antiinfektive Therapie ist nur dann indiziert, wenn die Durchfälle länger als 3 Tage anhalten, hohes Fieber besteht oder besondere Begleitumstände vorliegen (siehe Behandlungsindikationen)

 

Im Ausland erworbene Durchfallerkrankungen nach dem zeitlichen Ablauf
Auftreten in der 1. Woche - Symptome: Wässrige Durchfälle
- Erregerquelle: Buffet
- Wahrscheinlichste Ursache: ETEC
Auftreten in der 1.-2. Woche - Symptome: Wässrige Durchfälle und Fieber
- Erregerquelle: Pool, Trinkwasser
- Wahrscheinlichste Ursache: Shigellen, u. a.
Durchfall nach Rückkehr - Symptome: Blutig-wässrige Durchfälle
- Wahrscheinlichste Ursache: Salmonellen
Verdauungsprobleme nach Rückkehr - Symptome: Aufstoßen, Blähungen, weiche Stühle
- Wahrscheinlichste Ursache: Lamblien

Pseudomembranöse Kolitis (nach Antibiotikagabe)

  • Nach Anwendung von Antibiotika (besonders Clindamycin, Lincomycin) schwere pseudomembranöse Entero-Kolitiden (durch Clostridium difficile) bei Abwehrgeschwächten.
  • Davon zu unterscheiden ist die häufige, harmlose Antibiotika-assoziierte Diarrhoe.

Durchfälle bei AIDS

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Letztes Update:25 Mai, 2011 - 13:02